Muttermilch lagern - wie und warum?
- voehringernadine
- 16. Juli
- 4 Min. Lesezeit
Muttermilch ist ein wertvolles, lebendiges Lebensmittel und sollte sorgfältig gelagert werden, damit ihre wertvollen Inhaltsstoffe bestmöglich erhalten bleiben. In diesem Blogbeitrag erfährst du, wie du Muttermilch – auch Humanmilch genannt – richtig aufbewahrst und warum es sinnvoll sein kann, sich einen kleinen Vorrat anzulegen.
Ein kleiner Vorrat an Muttermilch kann in vielen Alltagssituationen eine große Erleichterung sein.
Ein klassisches Beispiel ist der Rückbildungskurs. Nicht alle Kurse finden gemeinsam mit dem Baby statt. Zeigt dein Baby während deiner Abwesenheit Hungerzeichen, kann die betreuende Person die zuvor abgepumpte Muttermilch stillfreundlich füttern. So weißt du dein Baby auch in dieser Zeit gut versorgt.
Auch beim ausschließlichen Pumpstillen spielt die richtige Lagerung eine wichtige Rolle. Dabei wird das Baby vollständig mit abgepumpter Muttermilch ernährt, sodass ein gut organisierter Milchvorrat den Alltag erheblich erleichtert.
Darüber hinaus gibt es besondere Lebenssituationen, in denen eingefrorene oder gekühlte Muttermilch sehr hilfreich sein kann. Dazu gehören beispielsweise eine ärztliche Behandlung, ein Krankenhausaufenthalt oder der Wiedereinstieg ins Berufsleben. Ein gut geplanter Vorrat schenkt in solchen Momenten Flexibilität und Sicherheit – für dich und dein Baby.
Wie gewinne ich Muttermilch?
Muttermilch kann auf unterschiedliche Weise gewonnen werden. Du kannst sie von Hand ausstreichen, mit einer Handmilchpumpe oder mithilfe einer elektrischen Milchpumpe abpumpen. Welche Methode für dich am besten geeignet ist, hängt von deiner persönlichen Situation und deinen Bedürfnissen ab.
Unabhängig von der gewählten Methode spielt eine gute Hygiene eine entscheidende Rolle, damit die Muttermilch sicher aufbewahrt und verfüttert werden kann. Achte daher auf folgende Punkte:
Wasche dir vor dem Abpumpen oder Ausstreichen gründlich die Hände.
Reinige deine Brust, wenn du zuvor beispielsweise eine Creme oder Salbe aufgetragen hast.
Alle Teile der Milchpumpe, die mit der Muttermilch in Kontakt kommen, sollten nach jeder Anwendung sorgfältig gereinigt werden. Je nach Herstellerempfehlung können sie zusätzlich ausgekocht oder sterilisiert werden.
Mit diesen einfachen Hygienemaßnahmen schaffst du die besten Voraussetzungen, um deine Muttermilch sicher zu gewinnen und aufzubewahren.
Wie Lagere ich Muttermilch richtig?
Frisch abgepumpte Muttermilch muss nicht sofort in den Kühlschrank gestellt werden, wenn sie innerhalb kurzer Zeit verfüttert wird. Wichtig ist jedoch, die empfohlenen Lagerzeiten einzuhalten, damit die Milch ihre Qualität behält und sicher verfüttert werden kann.
Als Orientierung gelten folgende Aufbewahrungszeiten:
Bei Zimmertemperatur (bis ca. 25 °C): bis zu 2 Stunden
Im Kühlschrank (bei ca. 4 °C): bis zu 4 Tage
Aufgetaute Muttermilch im Kühlschrank: bis zu 2 Tage
Im Gefrierfach (bei mindestens –17 °C): 3 bis 6 Monate
Praktische Tipps:
Fülle die Muttermilch möglichst in kleinen Portionen ab. So taust du immer nur die Menge auf, die dein Baby tatsächlich benötigt.
Beschrifte jeden Behälter mit dem Abpumpdatum, damit du immer die älteste Milch zuerst verwendest.
Lagere die Muttermilch möglichst im hinteren Bereich des Kühlschranks oder Gefrierfachs, da dort die Temperatur am konstantesten ist.
Friere bereits aufgetaute Muttermilch nicht erneut ein.
Frisch abgepumpte Muttermilch kann nach dem Abkühlen im Kühlschrank mit bereits gekühlter Muttermilch vom selben Tag zusammengeführt werden.
Mit der richtigen Lagerung bleibt deine Muttermilch sicher und wertvoll – so hast du jederzeit einen kleinen Vorrat für dein Baby zur Hand.
Für die Aufbewahrung von Muttermilch eignen sich saubere, lebensmittelechte Behälter, die sich gut verschließen lassen. Du kannst dafür spezielle Muttermilchflaschen oder eigens entwickelte Muttermilchbeutel verwenden. Beide Varianten sind für die Lagerung und das Einfrieren von Muttermilch geeignet.
Möchtest du die Muttermilch im Kühlschrank aufbewahren, sind Glasflaschen eine gute Wahl. Sie sind langlebig, geschmacksneutral und nehmen weder Gerüche noch Verfärbungen an. Für das Einfrieren eignen sich sowohl geeignete Kunststoffbehälter als auch spezielle Muttermilchbeutel, da sie platzsparend sind und sich gut portionieren lassen.
Achte darauf, die Behälter nicht bis zum Rand zu füllen, da sich Muttermilch beim Einfrieren ausdehnt. Beschrifte jeden Behälter außerdem mit dem Abpumpdatum, damit du die älteste Milch zuerst verwenden kannst.
Wie taue ich eingefrorene Muttermilch richtig auf?
Eingefrorene Muttermilch sollte möglichst schonend aufgetaut werden, damit ihre wertvollen Inhaltsstoffe bestmöglich erhalten bleiben.
Folgende Methoden eignen sich dafür:
Über Nacht im Kühlschrank: Diese Methode ist besonders schonend und trägt dazu bei, den Fettverlust möglichst gering zu halten.
Unter warmem, fließendem Wasser: Eine gute Möglichkeit, wenn die Milch schneller benötigt wird.
Im Wasserbad: Erwärme die Muttermilch in einem Wasserbad mit einer Temperatur von maximal 40 °C.
Im Flaschenwärmer: Auch hier solltest du darauf achten, dass die Milch nicht über 40 °C erwärmt wird.
Vor dem Füttern solltest du die Muttermilch vorsichtig schwenken, damit sich der abgesetzte Fettanteil wieder mit der Milch verbindet. Vermeide kräftiges Schütteln, da dadurch empfindliche Bestandteile der Muttermilch beeinträchtigt werden können.
Wichtig: Muttermilch sollte nicht in der Mikrowelle aufgetaut oder erwärmt werden. Durch die ungleichmäßige Erwärmung können sogenannte "Hot Spots" entstehen, an denen sich dein Baby verbrennen könnte. Außerdem können wertvolle Inhaltsstoffe der Muttermilch verloren gehen.
Aufgetaute Muttermilch sollte nicht erneut eingefroren werden. Wurde sie vollständig aufgetaut und im Kühlschrank gelagert, kann sie innerhalb von 24 Stunden verfüttert werden.
Kann ich Muttermilch aus verschiedenen Abpumpvorgängen zusammengeben?
Ja, Muttermilch aus unterschiedlichen Abpumpvorgängen kann zusammengeführt werden. Damit die Qualität der Milch erhalten bleibt, solltest du jedoch einige Punkte beachten:
Beide Milchportionen sollten vor dem Zusammenfüllen gut gekühlt sein.
Frisch abgepumpte Muttermilch solltest du zunächst im Kühlschrank abkühlen lassen, bevor du sie zu bereits gekühlter Muttermilch gibst.
Verwende zum Beschriften des Behälters immer das älteste Abpumpdatum, damit die Lagerzeit korrekt eingehalten wird.
So kannst du kleinere Mengen problemlos sammeln und gemeinsam aufbewahren, ohne die Qualität der Muttermilch zu beeinträchtigen.



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